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Verantwortung beim Bloggen – mehr als nur schöne Bilder

Eigentlich wollte ich bei meinem nächsten Blog über einen Trailrun in der Eifel berichten. Jedoch hat sich die vergangenen Tage in den sozialen Netzwerken ein Thema bei mir in den Fokus gedrängt, über das ich nun doch einmal meine kritisierende Meinung schreiben muss.

Mittelrhein Klettersteig Boppard Rhein Kletter Kurs - 20

 

Wir Blogger schreiben über Erlebtes und aus unserer Erinnerung. Wir berichten über unsere Erfahrungen und untermalen dies alles mit schönen Bildern. Sei es nun eine schöne Wanderung, ein anstrengender Trailrun oder auch eine Klettertour in den Felsen. Unsere Leser erfreuen sich meist daran. Sie planen ebenfalls solche Touren und wandern oder laufen diese Wege nach.

Schöne Bilder ohne Sicherheit

Die Tage jedoch sah ich auf Facebook immer wieder Bilder aus einem anderen Blog, die ich mit Kopfschütteln bis heute ignoriert habe. Die Bilder zeigten eine Tour auf dem Klettersteig am Mittelrhein. In wunderschön farblich abgestimmter Kleidung wurde dort von Eisen zu Eisen geklettert – ganz ohne Sicherung. Helm oder das mindestens sinnvolle Klettersteig-Set war Fehlanzeige! Größere Plattformen im Netz mochten die Bilder und teilten, ohne sich wohl Gedanken über das gezeigte Bildmaterial zu machen. Aus verschiedenen Kommentaren heraus konnte man jedoch klar erkennen, dass das Fehlen der Sicherungen und die damit auch augenscheinlich fehlende Verantwortung bemängelt wurden.

Betrachtet nun ein noch unerfahrener Wanderer diese Bilder in diesem Blog, so macht es den Anschein, als sei dieser K1/K2 Klettersteig ein Kinderspaziergang.
Der Leser wird sich anfangs sicher keine Gedanken darüber machen, was eine Sicherung ist, wieso dort Kletterkurse angeboten werden und wieso im Tal sogar Klettersteig-Sets vermietet werden. Erst im Berg kann es dann jedoch zu spät sein.

Schöne Bilder – mit Sicherheit!

Bilder vom Mittelrhein Klettersteig

Micha Zillertal 14Verantwortung beim Outdoor-Bloggen

Mein Appell daher an die Gemeinde der Outdoor-Blogger: Lasst uns weiter schöne Berichte schreiben, unsere Erinnerungen zu virtuellem Papier bringen und anderen erzählen, wie toll es dort draußen ist. Aber bitte habt auch Verantwortung! Seid euch bewusst, was ihr wie teilt! Über was ihr wirklich berichtet und wie ihr zum nachahmen animiert. Auch wenn unterm Strich jeder für sich selbst verantwortlich ist, seid ihr ein Stück weit Vorbild!

Wie ist Eure Meinung? Schreibt mir Eure Gedanken in den Kommentaren!

 

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Michael

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Enthusiasmus oder Sucht? Hier berichte ich über meine Touren, erzähle von Eindrücken und Erlebtem. Ob Hiking oder Jogging, ob Bergtouren oder Wanderungen - Spaß macht, was wir draus machen! Begleitet mich ein Stück auf OutdoorSucht.de!

10 Kommentare

  1. Elke
    25. Juni 2015 at 1:59 pm — Antworten

    Es ging mir so ähnlich wie dir als ich die Bilder gesehen habe. Ich erinnere mich außerdem noch gut an die Kommentare auf FB, als ich im vorigen Jahr mit Ralf von Abenteuer&Aktivurlaub. natürlich mit Klettersteigset, auf dem Mittelrhein-Klettersteig unterwegs war. Dabei wurde und wird immer allen suggeriert, dass ein Klettersteigset ziemlich überflüssig ist und ein Helm soundso. Eigentlich verwunderlich, dass bei der Einstellung nicht mehr passiert. Am Calmont habe ich gerade die Erfahrung gemacht, das auch da ein Klettersteigset, wenigstens für Ungeübte, nicht schaden würde. Mein Begleiter ist da nämlich in den Brombeeren gelandet, als er am Ende einer Leiter das Gleichgewicht verlor. Ich fand den Calmont übrigens schwerer als den Mittelrhein-Klettersteig und schlechter gesichert … so rein subjektiv.

    • Uwä
      25. Juni 2015 at 10:54 pm — Antworten

      Elke, jetzt hast mich aber verpetzt 😉
      Es war keine Leiter, sondern ein kurzer Kletterabstieg mit Halteseil. Ich hatte beim Hinabklettern den letzten Absatz falsch eingeschätzt und mußte dadurch überraschend eine größere Höhe überwinden. Im Prinzip so als ob man die unterste Stufe übersieht.
      Mir hat das gezeigt, dass ich einen Moment nicht konzentriert war. Ausserdem etwas aus der Übung und etwas zu plauzig. Man wird leider nicht jünger, auch wenn man sich so fühlt.
      Zum Glück hab ich ausser vielen Schrammen von noch mehr Dornen nichts davon getragen. Aber es hätte durchaus mehr passieren können.
      Danke an Michael fürs sensibilisieren und wecken 😉
      Seid vorsichtig!

      • 26. Juni 2015 at 9:09 am — Antworten

        Ah, Du warst der Dornenkönig 😉 Zum Glück ist Dir nichts passiert! Liebe Grüße, Michael

  2. 25. Juni 2015 at 2:59 pm — Antworten

    Hallo Michael,

    ich kann dir hier nur voll und ganz zustimmen. Auch ich habe nur den Kopf geschüttelt als ich diese Bilder sah und mich gefragt ob der Blogger sich überhaupt bewusst ist was er hier macht und welche Verantwortung er hat.

  3. 25. Juni 2015 at 4:03 pm — Antworten

    Wenn ich als Anfänger auf einer Internetseite etwas zu einem Thema finde, das mich interessiert, ich mich aber nicht auskenne, dann muss ich mich ausreichend vorbereiten. Wenn ich keinen Plan habe, mir 5 Bilder anschaue und dann einfach losziehe, dann bin ich selbst schuld wenn was passiert. Im Allgemeinen kann man vom Leser erwarten, dass er sich ausreichend informiert, bevor er etwas macht. Da handelt jeder eigenverantwortlich. Das Denken kann man ihm nicht abnehmen.

    @Elke: Die Sicherungen bei einem Klettersteig bewahren Dich vor einem tödlichen Sturz in große Tiefe. Fällst Du aber in ein Klettersteigset holst Du Dir im Normalfall schwerste Verletzungen, entweder im Becken vom Gurt (die Verzögerung der Seilbremse im Set kann nur begrenzt federn) oder Du schlägst durch die Pendelwirkung am Fels an. Hätte Dein Kletterpartner bei seinem Sturz ein Set gehabt, wäre er womöglich nicht nur weich in den Bromberen gelandet.

    Oberstes Gebot auf Klettersteigen ist, dass man sturzfrei bleibt. Beim Sportklettern sind Stürze einkalkuliert und bleiben meist folgenlos. Bei Klettersteigen führt fast jeder Sturz zu Verletzungen.

  4. 25. Juni 2015 at 5:22 pm — Antworten

    Im Grunde muss jeder Wanderer/Kletterer selber verantworten was er/sie tut. Ich habe damals einfach aus Unkenntnis über den Umgang mit so einem Kletterset verzichtet UND was aus meiner Sicht der wichtigste Aspekt war – es gab immer wieder Schilderungen und Kommentare, die mir suggerierten, das wäre total simpel und nur Dummies und vollkommen unbedarfte nehmen ein Kletterset.

    Ich habe mich arg geschämt, beim ersten Mal abgebrochen zu haben. Noch mehr hätte ich mich vermutlich mit dem Set und meinem unbedarften Umgang damit geschämt. (JA, das ist ausgesprochen dumm!)
    Hinterher fand ich ihn auch nicht schlimm, aber ich war zu dem Zeitpunkt TOP trainiert, bis zu 6 Mal wöchentlich im Fitnesstudio mit hartem Training, sehr besonnen und langsam unterwegs, niemand hat mir zugesehen. Ich habe kurze Pausen gemacht, weil mein Herz gehämmert hat wie ein Bohrhammer. Deshalb auch die Blümchenfotos und den kleinen Lurchie.

    Was mich an dieser Art Berichterstattung, wie wir sie sehen und verfolgen können stört ist die aus meiner Sicht erstrangige Selbstdarstellung und Bildkommentare wie: Ich kletter mal schnell wieder rauf…. dabei passieren nämlich Unfälle, bei dem mal eben schnell.

    Es ist und bleibt ein Hangeln am Fels mit ziemlich viel Höhenunterschied zum Erdboden, der zudem felsig ist. Klettern sollte dort nur derjenige, der sich seiner Sache sehr sicher ist.
    Wer einen so bekannten Blog schreibt und überall betont sein einziges Ziel wäre es dem Otto Normalverbraucher das Wandern nahe zu bringen, sollte berücksichtigen, dass es eben Otto Normalverbraucher sind, die möglichweise nicht einschätzen können auf was sie sich da einlassen.

    So und nun hab ich fertig 🙂

  5. Rainer Motte
    25. Juni 2015 at 7:27 pm — Antworten

    In dem kritisierten Blogbeitrag ist folgender Hinweis enthalten: „Was die Sicherung auf dem Klettersteig angeht, ist es sicher sinnvoll, dass Kinder und Ungeübte ein Klettersteig-Set nutzen“. Außerdem enthält der Beitrag zahlreiche Fotos, die den Schwierigkeitsgrad des Steiges im Detail zeigen. Damit hat jeder genug Anschauungsmaterial, um für sich zu entscheiden, ob er diesen Weg überhaupt gehen will, und wenn ja, ob mit oder ohne Klettersteig-Set.
    Das Benutzen des eigenen Hirns kann ein Blogger dem Leser nicht abnehmen.
    Und daß der Artikel dem Leichtsinn Vorschub leistet, vermag ich beim besten Willen nicht zu erkennen.

    Übrigens hat ja der Mittelrhein-Klettersteig den großen Vorteil, daß man alle wesentlichen Kletterstellen auch umgehen kann. Ein großer Vorteil für den Fall, daß man sich bezüglich des Weges oder der eigenen Fähigkeiten doch mal verschätzt haben sollte.

    • 25. Juni 2015 at 8:08 pm — Antworten

      Hallo Rainer. Danke für Deine Zeilen. Ich habe, wie du sicher gelesen hast, keinen Blogbeitrag kritisiert, sondern schöne Bilder aus einem Blog auf Facebook. Daher auch mein Abspann im Artikel, mit der Bitte immer genau zu überlegen, was ein jeder wann, wie, wo und in welcher Art teilt.

  6. 26. Juni 2015 at 11:10 am — Antworten

    Hallo,
    da stimme ich voll und ganz zu. Es hat zwar jetzt nichts mit dem Klettersteig im Speziellen zu tun, aber ich habe schon vor drei Jahren mal einen ähnlichen Artikel geschrieben, in dem ich auf die Sicherheit auf Wanderwegen eingegangen bin und einige erschreckende Bildbeispiele gezeigt habe: http://www.dieweltenbummler.de/blog/sicherheit-auf-wanderwegen/
    Das Thema spreche ich außerdem auch immer in meiner Multimedia-Präsentation „Wandern in Deutschland“ an.
    Viele Grüße
    Michael

    • 29. Juni 2015 at 2:35 pm — Antworten

      Hallo Michael, danke für Dein Feedback! Deine Bilder sind auch sehr schön .. grausig! Ich frage mich oft, wenn Meldungen von Wanderern in Sandalen in den Bergen gerettet werden müssen, ob der Menschenverstand im Bett geblieben ist. 😉

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